Richtmoor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Richtmoor
( Riehtmoor )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Richtmoor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur im Karl-Georgs-Forst.
Übersetzung / Bedeutung:
Morast, Sumpfland mit Reetbewuchs.
Geschichtliches:
Auf der ostfriesischen Geest setzte um 4000 v. Chr. auf Grund klimatischer Veränderungen die Hochmoorbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand das mächtige in Südost-Nordwest-Richtung verlaufende ostfriesische Zentralhochmoor. Die Gemarkung Wiesede lag auf einer Geestzunge am Rand dieses Hochmoorkomplexes. Das Moor ist bis auf wenige Reste abgebaut. Das Richtmoor ragte von Osten an das Dorf Wiesede heran.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Richt

afries. reid, rēd- n., „Schilfrohr, Reet (vor allem zum Dachdecken)“; mnd. rêt, reit, m., n., „Schilfrohr“; nnd. Reet, Reit, n., „Ried, Riedgras, schilfartiges Gras, Schilfrohr“



2. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 74; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 141
Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995
Byl, Jürgen, Meer und Moor, in: Ostfriesland Magazin, 1989, 11


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 29.09.2017

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