Roggenkamp (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Roggenkamp
( Sandstich )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Roggenkamp (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur in Upschört südlich am Haarweg.
Übersetzung / Bedeutung:
Eingehegte Roggenanbaufläche.
Mit Kamp werden die nach ca. 1000 n. Chr. urbar gemachten Ländereien bezeichnet, die im mehrjährigen Wechsel als Weide oder Acker genutzt wurden. Auf der Geest mit einer Wallhecke umgrenzt, um die Feldfrucht vor dem in der Gemeindeflur weidenden Vieh zu schützen. Die Bezeichnung Kamp weist auf die mittelalterliche Flurverfassung hin, mit Ackerflur (Gaste/Kamp) und Feld-, Flur- und Waldgemeinschaften (Allmende).
Geschichtliches:
Zum Roggenanbau: Die Einführung einer neuen Wirtschaftsweise - der Placken-/Plaggenwirtschaft - in der nordwestdeutschen Region ab der Mitte des 10. Jahrhunderts, bewirkte eine schrittweise Umgestaltung der Landschaft. Wesentliches Merkmal war die Verdrängung der Wälder und Ausbreitung der Heide (Calluna-Heiden). Ursache war der Wechsel von der Dreifelderwirtschaft zur Einführung des intensiven Roggenanbaus immer auf den selben Flächen. Der starke Nährstoffentzug des "ewigen" Winterroggenanbaues machte eine regelmäßige Düngung der Ackerflächen notwendig. Zur Düngung wurden Placken herangezogen, die vorwiegend in den Heidegebieten gestochen wurden.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995, S. 8f.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 16.10.2017

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