Steenhamm (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Steenhamm


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Steenhamm (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur rechtsseits des Wieseder/Reepsholter Tiefs an der Grenze zur Gemarkung Hesel.
Übersetzung / Bedeutung:
Hamm: Feuchtwiese
Die Fluren in der Gemarkung Wiesede mit der Bezeichnung Hamm gehören, nach ihrem unregelmäßigen Zuschnitt zu deuten, mit zu den ältesten in Bearbeitung genommenen landwirtschaftlichen Flächen des Dorfes.
Geschichtliches:
Steen: weist als Flurnamenelement in Geest- und Moorgebieten auf Moränen und Sediment aus den Glazialzeiten oder auf die mittelalterlichen Steinhäusern (Festungen) hin. In dieser als Steenhamm bezeichneten Flur ist möglicherweise von den örtlichen Ziegeleien Lehmabbau betrieben worden.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Steen

Stenen, Stehn(de), niederd. Stein(e); engl. stone, got. stains (Stearin), gerinnen, verdichten, das Harte.



2. Hamm

Hamm, Hammrich; afries. ham, hem, him. Bezeichnung für das meist niedrig gelegene, von Gräben umgebene Grünland der Marsch. Das von altfriesisch ham marca, Heim-Mark, Dorf-Mark abzuleitende Wort bedeutete ursprünglich die gesamte Dorfflur. Es tritt als Hamm: Hamm, hamreke, himrik, hammerk, himmerik oder verfremdet als Himmelreich auf. Da in den Marschengebieten der größte Teil der Flur ursprünglich aus Wiesen und Weiden bestand, wurde der Begriff später zu einer allgemeinen Bezeichnung für Grünland. Auf der Geest findet sich der Flurname im Niederungsbereich von Fließgewässern.



Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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