Surgaster Weg (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Surgaster Weg
( Surgasterweg )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Sonstiges

Surgaster Weg (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Weg durch die südliche Gaste des Dorfes nach Wiesederfehn.
Übersetzung / Bedeutung:
Weg durch die südliche Anbaufläche / Ackerflur des Dorfes. Auch Weg durch die "saure" Ackerflur.
Dem unregelmäßigen Wallhecken- und Wegeverlauf in der Surgaste nach zu deuten, gehören diese Fluren mit zu den ältesten in Bearbeitung genommenen landwirtschaftlichen Flächen des Dorfes. Sie blieben von der Flurneuordnung Mitte des 19. Jahrhunderts weitgehend unangetastet. An dem am östlichen Rande der Soorgaste verlaufenden Neddenumsweg ist die s-förmige Ausrichtung der mittelalterlichen Ackerfluren zu erahnen.
Geschichtliches:
Die Gasten gewannen über nachhaltige Plaggenwirtschaft (Humuseintrag) an Höhe.

Sonstiges: S=Amtliche Bezeichnung 1977


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Sur

niederd., sauer. Saurer Boden. Durch Lautumformung hier im Sinne von Süd, südliche Gaste.



2. Gaste

afries. gast, von güst, gest, trocken, unfruchtbar abzuleiten. Alte Bezeichnung in Ostfriesland für Dorfacker/Anbaufläche. Diese Dorfäcker sind z. T. über 1000 Jahre lang die einzigen zum Anbau von Brotgetreide in Kultur genommenen Fluren. Die Gasten liegen bei Dörfern, die im Mittelalter entstanden, stets an deren Rande. Der auf älteren Flurkarten ersichtliche Besitz der Altbauern bestand aus schmalen und meist s-förmig geschwungenen Parzellen.



3. Weg

ahd. wec, sich bewegen; Adverb: weg, entfernt, fortbewegen.



Quellen:

Camp, Artill. Capitain W., Neue Geographische Spezial Charte von dem Fürstenthum Ostfries- und dem Harlingerland 1802.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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