Tjük Acker (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Tjük Acker
( Tjack Acker, Tjück Acker )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Tjük Acker (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur auf der Surgaste südlich des Dorfes.
Geschichtliches:
Die Flur befindet sich heute im Bereich der Surgaste. Nach den um 1800 aufgenommenen Kartenwerken zu deuten, kann die genannte Nutzung als Möglichkeit in Betracht gezogen werden.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Tjük

1. afries. tiuche, tiōch, „in der Vergangenheit gemeinsam gewonnenes und genutztes Land?“ 2. mnd. tiuch, „Viehhof, Orte, wo Vieh aufgezogen, Viehzucht getrieben wurde. Sie lagen in der Nähe von alten geistlichen Stiftungen, deren Viehhöfe sie wohl darstellten.“ nnd. Tjüche, Tjüch, Tjücht, „Name mehrerer Plätze od. Höfe u. kleiner Ortschaften od. Stätten, wo Vieh gezogen od. gezüchtet, bz. Viehzucht betrieben wurde.“



2. Acker

mnd. acker, m., n., „Acker, Ackerland, beackertes Land, die gesamte Anbaufläche, das anbaufähige Land eines Besitzers, Ackerstück, Feldstück; auch als Feldmaß"; nnd. Acker, m., „Acker, bebautes Feld“, „Urspr. etwa = "Streifenparzelle, einzelne Parzelle in einem Gewann"; „häufig im Plural, dann in der Regel den ältesten Teil der Ackerflur signalisierend, die sog. Kernflur"



Quellen:

Hofmann, Dietrich/Popkema, Anne T., Altfriesisches Handwörterbuch, Heidelberg 2008, S. 500; Ahlsson, Lars-Erik, Studien zum ostfriesischen Mittelniederdeutsch, Uppsala 1964, S. 35; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 417
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 108


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 02.03.2017

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