Todtenweg (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Todtenweg
( Philosophenweg, Neddenumsweg, Engen Weg )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Todtenweg (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Alter, schmaler Weg im Ortskern zwischen der Niederung des Dobbener Grabens und der Surgaste.
Übersetzung / Bedeutung:
An diesem Weg befinden sich die ältesten Bäume (Rotbuchen, Fagus sylvatica) des Dorfes mit 100 cm bis 120 cm Durchmesser (2006). An diesem am südöstlichen Rande der Surgaste verlaufenden Weg ist die s-förmige Ausrichtung mittelalterlicher Ackerfluren zu erahnen. Heute umgangssprachlich Engen Weg (niederd., enger Weg, schmale Wegspur).
Geschichtliches:
Folgende Deutungen zu Todtenweg sind möglich: 1. Ein Bezug zur mittelalterlichen Kirchwarf (Flurname Karkhoff), nur wenige Schritte entfernt, ist denkbar. 2. Ein Todesfall an diesem Weg oder im Zusammenhang mit den großen Pestepidemien im 14./15. Jahrhundert ist ebenso denkbar. Aus dieser Zeit sind der Niedergang der Kapellengemeinde Wiesede und Wüstung der Ackerfluren überliefert.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Todt

Tod, ahd. tot, mhd. tod, im Sinne von: bewusstlos werden, dahin schwinden.



2. Weg

ahd. wec, sich bewegen; Adverb: weg, entfernt, fortbewegen.



Quellen:

de Wall, K.-H., Loseblattchronik Leerhafe-Hovel, fortlaufend, o. J.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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