Upschörter Moor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Upschörter Moor


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Upschörter Moor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Das Upschörter Moor, namengebend für die Kolonie, ragte von Norden in den Ort hinein.
Übersetzung / Bedeutung:
Moor: Morast, Sumpfland.
Im Upschörter Moor befindet sich die Steinsetzung "Oll Gries". Die fünf Findlinge dieser Steinsetzung werden als Orientierungshilfe in der Wildnis gedeutet. Ein 1,35 m hoher Mittelstein ist von vier weiteren, die Himmelsrichtungen markierenden Steinen umgeben. In diesem ehemaligen, nach Norden über die Gemarkung Wiesede hinausreichenden Moor fand sich 1933 beim Torfgraben ein Kittel aus Wolle, den Archäologen in die Vorrömische Eisenzeit (ca. 700 v. Chr.) datieren (Nieders. Landesmuseum Hannover).
Geschichtliches:
Nach Vermessung des Upschörter Moores notierte Ingenieur Köhnemann 1805 in seinem Abschlußbericht u. a.: "Das Upschörter Moor liegt im Wieseder Felde. Es hat seinen Namen von der in der unmittelbar daran liegenden Upschörter Foorde". Das Moor wurde in 52 Parzellen aufgeteilt. Es war von einem Wasserzug, der Große Tuchte, durchzogen, der ins Wieseder Tief (heute in den Ems-Jade-Kanal) entwässerte.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Upschört

nnd. up-schörten, "aufziehen, hinaufziehen, höher ziehen, aufschieben, hinaufschieben, hinausziehen, ausdehnen, weiterschieben etc." - Upschört“ bezeichnet „eine in unkultiviertes Land vorgeschobene Siedlung“.



2. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 480; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 226
Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995
Byl, Jürgen, Meer und Moor, in: Ostfriesland Magazin, 1989, 11
StAA, Rep. 47, Nr. 635. StAA, Rep. 244, A 2015.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 23.11.2017

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