Vo▀holter Moor (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Voßholter Moor
( Fulshörner Moor )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Vo▀holter Moor (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Flur im Südwesten an der Grenze zur Gemarkung Wiesederfehn.
Übersetzung / Bedeutung:
Moor: Morast, Sumpfland (am Fuchsgehölz).
Auf der ostfriesischen Geest setzte um 4000 v. Chr. auf Grund klimatischer Veränderungen die Hochmoorbildung ein. Im Laufe der Jahrhunderte entstand das mächtige in Südost-Nordwest-Richtung verlaufende ostfriesische Zentralhochmoor. Wiesede lag mit seinen Fluren auf einer Geestzunge am Rand dieses Hochmoorkomplexes. Das Moor ist bis auf wenige Reste abgebaut. Das Voßholter Moor ragte als Ausläufer des ostfriesischen Hochmoorrückens von Süden in die Gemarkung hinein.
Geschichtliches:
Voßholt und weitere Flurnamen (Hochholten, Het hoge Holt, Hohejohls, Hilgenholt, Eckelhof, Buschhof, Holzhof u.a.) weisen auf das historische Gehölz Wysder Holt hin, einem natürlichen Wald, der sich bis in die Neuzeit südwestlich von Wiesede erstreckte.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Voß

mnd. vos, „Fuchs“



2. Holt

mnd. holt, n., „Baumbestand, Gehölz, Wald, Waldstück, Hochwald“; nnd. Holt, n., „Gehölz, Wald“



3. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 513
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 126
Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015
Behre, Karl-Ernst, Die Entstehung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft der ostfriesischen Halbinsel, in: Behre, Karl-Ernst / van Lengen, Hajo (Hrsg.), Ostfriesland, Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995
Byl, Jürgen, Meer und Moor, in: Ostfriesland Magazin, 1989, 11
Lang, Arend W., Kleine Kartengeschichte Frieslands zwischen Ems und Jade - Entwicklung der Land- u. Seekartographie von ihren Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, von 1900 bis 1985 fortgesetzt durch Heinrich Schumacher, Norden 1985


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 08.12.2017

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