Wiesder Slüs (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Wiesder Slüs


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Befragung von 1885

Wiesder Slüs (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Schleuse im Zuge des Ems-Jade-Kanals.
Übersetzung / Bedeutung:
Die Wieseder Kanalschleuse.
Beim Bau dieser Schleuse 1882 Entdeckung einer Heilquelle (Eisensäuerling). Das Wasser wurde um die Jahrhundertwende vom nahe liegenden Brunnen (auch Doktors Pütt genannt) aus vertrieben.
Geschichtliches:
Zum Ausgleich des Höhenunterschieds resp. Abschluss zur See mussten innerhalb der 73 km langen Wegstrecke des Ems-Jade-Kanals mehrere Schleusen erbaut werden: Kesselschleuse Emden, Schleuse Rahe, Schleuse Wiesens, Schleuse Upschört, Schleuse Wiesede, Schleuse Mariensiel, Seeschleuse Wilhelmshaven.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wiesede

Wis-(ithi): afries wies, wisa, Moor, Morast, Sumpf-, Niederungsland; mnd. wisch, in der Bedeutung von Wiese, feuchte Niederung. (Wis)-ithi, -ede: in der Bedeutung von reich an etwas (an Niederungsland, Moor).



2. Slüs

mnd. sluse, f., nnd. Schlüüs, „Schleuse“



Quellen:

Herzog, Christa, Die Flurnamen der Gemarkung Wiesede – Ostfriesland. Beiträge zu ihrer Deutung. Aurich 2009, S. 29
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 253; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 224
Herzog, Ch., Wieseder Themenheft Nr. 1, 1992.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 11.12.2017

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