Wieseder Tief (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Wieseder Tief
( Sandforter Riede, Pree (Prehe), Monikerdiep )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Wieseder Tief (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Wasserlauf nördlich des Dorfes, in West-Ost-Richtung durch die Gemarkung Wiesede fließend.
Übersetzung / Bedeutung:
Tief: natürlicher Wasserlauf.
Das Wieseder Tief führt streckenweise die Bezeichnungen: Pree, Großes Tief, Sandworter Tucht, Reepsholter Tief. Auf einer Darstellung Ostfrieslands von Johannes Florianus, Frisia orientalis, 1595, wird dieses Fließgewässer Monikerdiep (Mönchstief) genannt. Es war zu dieser Zeit im Unterlauf bis zur Friedeburg (Burgstätte) schiffbar, verlandete jedoch mit dem Bau des Ellenser Damms.
Geschichtliches:
Bedeutender Wasserzug. Ursprung: nacheiszeitliche Wasserrinne. Entwässerung in den Jadebusen.

Sonstiges: Streckenweise Bezeichnungen: Pree (1730 Prehe), Großes Tief, Sandvoordertucht. Im Unterlauf Reepsholter Tief.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wiesede

Wis-(ithi): afries wies, wisa, Moor, Morast, Sumpf-, Niederungsland; mnd. wisch, in der Bedeutung von Wiese, feuchte Niederung. (Wis)-ithi, -ede: in der Bedeutung von reich an etwas (an Niederungsland, Moor).



2. Tief

mnd. dêp, n., „Fahrwasser, Fluß, Canal“; nnd. dêp, „Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss“



Quellen:

Herzog, Christa, Die Flurnamen der Gemarkung Wiesede – Ostfriesland. Beiträge zu ihrer Deutung. Aurich 2009, S. 29; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 242
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 506; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293
Johannes Florianus, Frisia orientalis, 1595 (Monikerdiep). NLA AU Dep. 1 Msc, Nr. 97 (Prehe)


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 12.12.2017

Projektpartner