Wilkshamm (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Wilkshamm


Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Wilkshamm (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Die Flur befindet sich in der Niederung des Wieseder/Reepsholter Tiefs.
Übersetzung / Bedeutung:
Deutungsmöglichkeiten: 1. Wilk, Wilgen, niederd., Weiden (bot.: Salix, Korbweide: Salix viminalis). Die Pflanze, die bevorzugt an Wasserläufen siedelt, lieferte mit ihren flexiblen einjährigen Trieben den Rohstoff für Weidenkörbe. Das Flechten dieser Behältnisse war über Jahrhunderte ein verbreitetes Handwerk, besonders bei der ärmeren Landbevölkerung, die mit den Weidenerzeugnissen Handel betreiben konnten.
2. Wilk, Wilke, Wilken. Willeke, 1435 in urkundlicher Erwähnung als Einwohner von Wiesede genannt (Unterwerfung Wiesedes unter den Grafen Diedrich von Oldenburg). Eine Verbindung zur Liegenschaft ist nicht belegt.
Hamm: Feuchtwiese
Geschichtliches:
Die Fluren in der Gemarkung Wiesede mit der Bezeichnung Hamm gehören, nach ihrem unregelmäßigen Zuschnitt zu deuten, mit zu den ältesten in Bearbeitung genommenen landwirtschaftlichen Flächen des Dorfes.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wilk

mnd. wilge, „Weide (salix)“



2. Hamm

„Altfries. Substantiv hem, ham, him m. „durch Graben (und Deich) eingefriedigtes Marschland, Weide““ - Bezeichnung für das meist niedrig gelegene, von Gräben umgebene Grünland der Marsch. Das von altfriesisch ham marca, Heim-Mark, Dorf-Mark abzuleitende Wort bedeutete ursprünglich die gesamte Dorfflur. Es tritt als hamm, hamreke, himrik, hammerk, himmerik oder verfremdet als Himmelreich auf. Da in den Marschengebieten der größte Teil der Flur ursprünglich aus Wiesen und Weiden bestand, wurde der Begriff später zu einer allgemeinen Bezeichnung für Grünland. Auf der Geest findet sich der Flurname im Niederungsbereich von Fließgewässern.



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 715
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 33; Herzog, Christa, Die Flurnamen der Gemarkung Wiesede – Ostfriesland. Beiträge zu ihrer Deutung. Aurich 2009, S. 27
Friedlaender, Ernst (Hrsg.), Ostfriesisches Urkundenbuch, Emden 1878 - 1881


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 13.12.2017

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