Ziegelei (Wiesede)

Ausgewählter Flurname:

Ziegelei
( Ziegelei-Warf, Tichelee )

Gemarkung:

Wiesede

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Ziegelei (Wiesede)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung:
Wiesede, westlich nahe dem Ortskern.
Übersetzung / Bedeutung:
Das Wieseder Steinwerk.
Jahre 1760 übernahm der letzte Verwalter Hinrich Hinrichs, Wiesede, die Ziegelei in Erbpacht, 1770 die Familie Jhering, Wittmund. In 1777 Übernahme durch Gerd Janßen, Gastwirt zu Marx, 1800/1815 an die Brüder Joachim und Gerd Renken.
Die Ziegelei geht im Jahre 1861 durch Kapitalablösung in Privateigentum. 1874 in Eigentum von Greiff und Genossen. 1878 von Hand- zu Dampfbetrieb modernisiert. 1903 Besitzer Peters/Schwarting/Eilers. 1945 Ringofen in den letzten Kriegstagen durch Feuer zerstört. Hierinnen waren u.a. Akten der Stadt Wilhelmshaven ausgelagert. Letzte Eigentümer: Peters u. Comp. 1964 wurde die Ziegelei stillgelegt, 1967 teilweise abgebrochen. Reste des Gebäudekomplexes sind in 2006 noch vorhanden.
Geschichtliches:
Die Anfänge der Wieseder Ziegelei liegen im Dunkeln. Vermutlich um 1540 von Häuptlingen der Friedeburg, dem Kloster Hopels oder dem Stift Reepsholt gegründet, da ergiebige Vorkommen von Geschiebelehm als glaziales Sediment sowie Torf als Brennmaterial in der Umgebung vorhanden waren. Mit mittelalterlichen Rechten (z. B. für Torflieferungen) ausgestattet. Lieferpflichtige Gemeinden: Reepsholt, Abickhafe, Dose, Hoheesche, Rispel, Marx, Etzel, Horsten.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ziegel

niederl. Tegel, lat. tegula, tegere, decken.



2. -ei

urspr. roman. Suffix -ei (frz. -ie), das zur Bildung von Raumbezeichnungen aus Berufsbezeichnungen diente.



Quellen:

Remmers, A., Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004.
Wessels, P., in: Harlinger Heimatkalender 2001, S. 73ff.


Autor(in):

Christa Herzog
  


Letzte Änderung am: 20.04.2009

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