Anstalt (Wirdum)

Ausgewählter Flurname:

Anstalt


Gemarkung:

Wirdum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Anstalt (Wirdum)


Erklärung des Flurnamens:

1866 haben sich die Gemeinden Grimersum und Wirdum zu einer Samtgemeinde zusammmengeschlossen und auf dem Wirdumer Altendeich eine Armen-, Versorgungs- und Zwangs-Arbeits-Anstalt gegründet. Darin wurden arbeitsscheue verschuldete Arme, altersschwache, kranke und unschuldig Verarmte sowie verwaiste und arme, verwahrloste Kinder untergebracht. Zweck der Anstalt war, die arbeitsfähigen, besonders trägen Armen für Arbeit zu versorgen, alte und schwache Arme zu pflegen, arme Kinder zu tüchtigen Bürgern zu erziehen und die Insassen religiös zu beleben. Es gab eine Arbeitsstube für Männer, eine Arbeitsstube mit Essraum für Frauen, Kinderstuben, jeweils Schlafstuben für Frauen, Männer, Kinder und Aufseher, eine Krankenstube, eine Toilette sowie Schweine- Kuh- und Schafställe mit Nebenräumen. Die Einrichtung bestand bis 1931. Das Gebäude wurde anschließend verkauft.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Astalt

"Einrichtung, Organisation mit eigener Rechtspersönlichkeit" (18. Jh.), dann auch "Gebäude einer Einrichtung".



Quellen:

Peters, Erich u. Autorenteam; Chronik des Warfendorfes Wirdum, Aurich 2003, S. 181 ff.
Duden „Etymologie“; Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1989, Nachdr. 1997, S. 38.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 21.07.2011

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