Grede Blaudacker (Wirdum)

Ausgewählter Flurname:

Grede Blaudacker


Gemarkung:

Wirdum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Grede Blaudacker (Wirdum)


Erklärung des Flurnamens:

Bei dem Flurstück Grede handelt es sich um ehemaliges Wiesenland, das jetzt besiedelt ist.
Der Namensteil Blaudacker (Blutacker) wird - wie in Grimersum - als weitere Bezeichnung mit dem Flurstück Biesterfeld in Verbindung zu bringen sein.
Beim Biesterfeld handelt es sich um Ländereien westlich des Dorfes, südlich der Grimersumer Straße. Auch im östlichen Bereich von Grimersum (nördlich und südlich der Grimersumer Straße) liegen mehrere gleichnamige Flurstücke. Sowohl der Bereich beim Wirdumer Biesterfeld als auch eines der Grimersumer Stücke werden auch Blaudacker (Blutacker) genannt. Der Hofprediger Bertram überliefert: "Bisterfeld, ein Stück Land in der Esker zwischen Grimersum und Wirdum, ist merkwürdig wegen der starken Niederlage, die die Mannsfelder von den Ostfriesen erlitten." Es ist naheliegend, dass die Flurnamen, insbesondere "Blaudacker", mit diesem Ereignis während des Dreißigjährigen Krieges zusammenhängen.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Grede

Nnd. grêde, "Weideland, das nur zum Weiden und Mähen benutzt, d. h. niemals in Ackerland umgepflügt wird."



2. Blaud-acker

Plattdeutsch für "Blutacker". Mhd. bluot, afr. blôd; Blut; Deutung: Schlachtfeld, auf dem Blut geflossen ist.



Quellen:

Normann, C. H.; Bertrams geografische Beschreibung des Fürstenthums Ostfriesland, Aurich 1787, Nachdr. Leer 1987, S. 146. Peters, Erich u. Autorenteam; Chronik des Warfendorfes Wirdum, Aurich 2003, S. 252.
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 122; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 676 und S. 188.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 16.08.2011

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