Königsboom (Wirdum)

Ausgewählter Flurname:

Königsboom
( Lang Negen )

Gemarkung:

Wirdum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Königsboom (Wirdum)


Erklärung des Flurnamens:

Nordöstlich vom Hof Aland gelegene Ländereien zur Größe neun Grasen.

Am Ende des Feldweges vom Hof Aland zu den nördlich davon gelegenen Ländereien stand früher ein sogenannter Königsbaum. Dieser Baum wurde im Zuge der Flurbereinigung (etwa 1963/64) entfernt. Der Eigentümer des Hofes Aland, Rewert Bussen-Habbena, vermutet, dass es sich bei dem Baum um eine Esche handelte. Die Bedeutung ist unklar.
Bei Windmühlen wird die Drehbewegung der Flügel über die Flügelwelle und die Königswelle, den Königsbaum, auf den Mahlgang übertragen. Ein Königsbaum ist aber auch ein großer ost- und westindischer Baum mit hohlem Stamm (Hernandia sonora). Ferner wird die Eiche auch volkstümlich als Königsbaum bezeichnet. Außerdem ist es in manchen Schützenvereinen Tratition, dass die Schützenkönige einen Königsbaum erhalten oder pflanzen.
Da die Wasserschöpfmühle mit Mahlgang südöstlich des Hofgebäudes stand, ein tropischer Baum hier kaum wachsen würde und der Wirdumer Schützenverein erst seit 1953 besteht, scheiden diese Erklärungen wohl aus. Vielleicht wurde der Baum zu Ehren des Königs Georg V. von Hannover, der bis 1865 häufig Ostfriesland/Norderney besuchte, gepflanzt?


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Boom

Plattdeutsch für Baum.



Quellen:

Auskunft Rewert Bussen-Habbena, Eigentümer des Hofes Aland. Scheweling, Gundolf, Hrsg.; Mühlen im Brookmerland – Deutsche Mühlenführer, Norden 1994, S. 12 und 45. Pierer`s Universal-Lexikon Bd. 8 S. 283 und Bd. 9 S. 684.
Byl, Jürgen/Brückmann, Elke; Ostfriesisches Wörterbuch, Leer 1992, S. 29.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 19.09.2011

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