Kattdarm (Wirdum)

Ausgewählter Flurname:

Kattdarm
( Altes Greetsieler Sieltief )

Gemarkung:

Wirdum

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Kattdarm (Wirdum)


Erklärung des Flurnamens:

Als Kattdarm wird das Verbindungsstück des Alten Greetsieler Sieltiefs (ehemaliges Ostervogteitief), zwischen dem Hof Bevenburg und der Abelitz bezeichnet. Der Wasserlauf bildet den größten Teil der Grenze zu Canhusen. Er ist bereits in der Karte der "drey Königl. Zeit-Pachts Platzen auf Aland" von Magott (April 1754) genannt und eingezeichnet.
Der Name wird auch 1806 in einem Schreiben des Sielrichters Habbo Ennen Dirks aus Schott erwähnt, in dem er der Kriegs- und Domänenkammer mitteilt, dass "die Kattdarm" vor etwa 35 Jahren unweit Amerland aufgeräumt werden sollte. Nach der Gemarkungskarte von 1873 fließt das Gewässer in Richtung Abelitz.
Auf dem Hof Bevenburg waren in früherer Zeit eine kleine Schankstube und ein Krämerladen eingerichtet. Der Kattdarm wurde deshalb sicherlich als Ankerplatz für die historischen Frachtkähne der Dorf- und Torfschiffer für die Transporte zwischen den Dörfern der Krummhörn und der Stadt Emden sowie den Fehnen genutzt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kat / Katte

"Ein kleiner mit Haken versehener Anker, der gebraucht wird, wenn der Grund steil ist und sich (wie eine Katze) an denselben festklammert oder einhakt"; katten: festmachen, einhaken, eingreifen.



2. Darm

Mhd. darm, ahd. daram, tharam; drehen, reiben, bohren; etwas Hohles u. Durchbohrtes, Loch, Öffnung.



Quellen:

Janssen, Theodor; Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich 1967, S. 214. Steffens, Gerhard, Hrsg.; Die Acht und ihre sieben Siele, Leer 1987, 2 Bde., S. 606. Peters, Erich u. Autorenteam; Chronik des Warfendorfes Wirdum, Aurich 2003, S. 65.
Doornkaat Koolman, Jan ten; Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879-1884, Bd. 2 S. 182, Bd. 1 S. 282. Duden „Etymologie“; Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1989, Nachdr. 1997, S. 116.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 15.07.2011

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