Das Hammland (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Das Hammland
( Padd )

Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Das Hammland (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Mit „Das Hammland“ wurde früher ein großes Areal zwischen dem Aseler Weg und der Chaussee (Weg nach Jever) bezeichnet. Die heutigen Grenzen sind im Norden die Mühlenstraße mit der Verlängerung Eggelingerstraße und Aseler Straße, im Süden die Osterstraße, mit der Verlängerung Jeverstraße und B 210 Wittmund – Jever, im Westen die Anton-Oncken-Straße und im Osten ein Teilstück des alten Aseler Weges, der heute nicht mehr vorhanden ist. Der östliche Bereich zwischen der Harle und dem alten Aseler Weg wird auch nur Hammland (siehe eigene Deutung) genannt. Früher überwiegend landwirtschaftlich genutzt, ist die Fläche heute überwiegend bebaut, bis auf einen kleinen Bereich im Osten direkt an der Harle. Der Möhlenstraater Padd (siehe eigene Deutung) verband die Mühlenstraße mit der Osterstraße und teilte den westlichen Bereich in zwei Teile. Zwischen der Anton-Oncken-Straße und der Harle wird die Fläche von den Straßen Ludwig-Franzius-Straße, Friesenstraße und Jann-Berghaus-Straße in Nord-Süd-Richtung geteilt. Zwischen der Jann-Berghaus-Straße und der Harle entstand ab 2013 eine neue Siedlung mit den Straßen, An der alten Molkerei und An der Harle.
Einige Bereiche in dieser Fläche haben eigene Flurnamen, und zwar Langhamm, Stoppelhamm, Mühlenhamm, Klattenthünen, Kleiner Ochsenhamm, Möhlenstrater Patt und Onckens Kämpe (siehe auch die Deutungen für diese Flurstücke). (3 u. 4)
Bei dem zweiten Namen "Padd" kann es sich meiner Meinung nur um eine fehlerhafte Wiedergabe des Namens "Möhlenstraater Padd", der ja Teil der Fläche ist, handeln.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hamm

(1) „Altfries. Substantiv hem, ham, him m. „durch Graben (und Deich) eingefriedigtes Marschland, Weide““



2. Land

(2) mnd. lant, n., nnd. Land, n., „Land“. – „Meint im allgemeinen Ackerland, nicht Grünland.“



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 33
(2) Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134
(3) Onnen, Johann, Wittmund im Laufe der Jahrhunderte, Wittmund 1968, S. 50 ff.
(4) Gravemeyer, Johannes, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrecht verliehen - Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest - die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 28.12.2017

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