Möhlenacker (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Möhlenacker


Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Möhlenacker (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Mit Möhlenacker wurde das Grundstück nördlich hinter der ehemaligen Ostiemer Mühle bezeichnet. Das Land gehörte zum Grundbesitz der Mühle. Es war 5 Diemat groß und wurde landwirtschaftlich genutzt. Die heutigen Grenzen sind in etwa im Norden die Bismarckstraße, im Westen der Tjarksweg, im Osten die Ostiemer Gärten (siehe auch Deutung Ostiemer Gärten) und im Süden der Mühlenpfad (heute Christoffel-von-Brants-Weg). Heute ist das Gebiet mit den Hausgrundstücken der Bismarckstraße und des Tjarksweg überbaut. Auch die katholische Kirche von Wittmund wurde auf dem Gelände errichtet. (3, 4 u. 5)

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Möhlen

(1) „Außer im Namen „Mühlenteich“ bezeichnet das Wort … immer durch Windkraft angetriebene Mühlen. Diese waren bzw. sind nicht nur Korn-, sondern auch "Wassermühlen", d. h. Mühlen, die zum Antrieb von Wasserschöpfwerken dienen bzw. dienten.“



2. Acker

mnd. acker, m., n., „Acker, Ackerland, beackertes Land, die gesamte Anbaufläche, das anbaufähige Land eines Besitzers, Ackerstück, Feldstück; auch als Feldmaß"; nnd. Acker, m., „Acker, bebautes Feld“, „Urspr. etwa = "Streifenparzelle, einzelne Parzelle in einem Gewann"; „häufig im Plural, dann in der Regel den ältesten Teil der Ackerflur signalisierend, die sog. Kernflur"



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 270
(2) Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 108
(3) Onnen, Johann, Wittmund im Laufe der Jahrhunderte, Wittmund 1968, S. 50 ff.
(4) Gravemeyer, Johannes, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrecht verliehen - Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest - die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978
(5) Eichenbaum, Edzard / Hartmann, Wilhelm, Der Marktflecken Wittmund im 19. Jahrhundert – Straßen – Häuser – Bewohner, Wittmund 1998, S.149


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 11.12.2017

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