Möhlenpadd (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Möhlenpadd


Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Möhlenpadd (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Der Möhlenpadd (Mühlenpfad) ist früher ein Fußweg von der heutigen Friedenstraße zum Wittmunder Bahnhof gewesen. Er kreuzt ungefähr nach der Hälfte den heutigen Tjarksweg. Der Weg führte hinter den Gärten der Häuser der Mühlenstraße entlang und war ein unbefestigter Weg, der im Volksmund auch „schwarzer Weg“ genannt wurde. Da heute in den umliegenden Gärten eine kleine Siedlung entstanden ist, wurde auch der Weg ausgebaut und teilweise für den Anliegerverkehr freigegeben, nur zwei kleine Abschnitte sind heute noch reine Fußwege. Der ehemalige Weg und seine Erweiterungen durch die Bebauung tragen heute den Namen Mühlenpfad. Er endet am heutigen Tjarksweg, außerdem gibt es heute noch eine Verbindung zur Bismarckstraße.
Der Weg erhielt seinen Namen Möhlenpadd von der Ostiemer Mühle, die früher an dem Weg stand und im Jahr 1939 abgebrochen wurde (siehe gesonderte Deutung).
Das Teilstück des Tjarkswegs, das zum Bahnhof führt, trägt heute den Namen Christoffel-van-Brants-Weg. (3 u. 4)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Möhlen

(1) „Außer im Namen „Mühlenteich“ bezeichnet das Wort … immer durch Windkraft angetriebene Mühlen. Diese waren bzw. sind nicht nur Korn-, sondern auch "Wassermühlen", d. h. Mühlen, die zum Antrieb von Wasserschöpfwerken dienen bzw. dienten.“



2. Padd

(2) mnd. pat, „Weg, Pfad“



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 270
(2) Schiller, Carl /Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875 -1880, Bd. 3, S. 309
(3) Onnen, Johann, Wittmund im Laufe der Jahrhunderte, Wittmund 1968, S. 50 ff.
(4) Gravemeyer, Johannes, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrecht verliehen - Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest - die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 28.12.2017

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