Ostiem (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Ostiem


Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Ostiem (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Ein großes Areal im Nordosten der Stadt Wittmund trug früher den Namen Ostiem. Früher landwirtschaftlich und für private Gärten genutzt, ist es heute bis auf eine Teilfläche im äußersten Nordosten überbaut. Die Abgrenzung aus heutiger Sicht ist gegeben durch die Mühlenstraße und die Eggelinger Straße im Süden, dem Tjarksweg im Westen, im Norden durch die Bismarckstraße und im Osten durch die Harle. Der Ostiemer Weg, eine kleine Stichstraße von der Eggelinger Straße abzweigend, erinnert heute noch an den Flurnamen Ostiem. Mitten durch den Ostiem verläuft von West nach Ost der Mühlenpfad. Er beginnt in der Friedenstraße und endet am Wittmunder Bahnhof. Der Abschnitt vom Tjarksweg bis zum Bahnhof heißt heute Christoffel-von-Brants-Weg.
In einem Dokument eines unbekannten Verfassers aus dem Jahre 1795, welches Prof. Dr. Jan Siefke Kunstreich im Harlinger Heimatkalender von 1980 veröffentlicht hat, ist folgendes zu lesen.
„Außer diesen Straßen hat der Flecken sowohl […] als auch noch 4 besondere Striche Häuser, nehmlich: […] den Ostiem, welcher ostseits am Ende Mühlen Straße zur Seite des Fahrweges nach Jever.“
Der Weg nach Jever führte früher über Eggelingen und wurde auch Jeverscher Postweg oder Eggelinger Weg genannt.
Es liegt daher die Vermutung nahe, dass sich hier schon etwas abseits vom Ortskern in frühester Zeit eine kleine Siedlung befand. (2, 3 u. 4)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ostiem

(1) Ostiem ist ein mit der Himmelsrichtung Ost zusammengesetzter Heim-Name. Er hat hier die Bedeutung "im Osten, östlich gelegen".



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, Seite 86
(2) Gravemeyer, Johannes, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrecht verliehen - Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest - die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978
(3) Onnen, Johann, Wittmund im Laufe der Jahrhunderte, Wittmund 1968, S. 50 ff.
(4) Kunstreich, Jan Siefke, Der Marktflecken Wittmund um 1800, Harlinger Heimatkalender von 1980, S.19 ff.


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 11.12.2017

Projektpartner