Ostiemer Mühle (früher) (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Ostiemer Mühle (früher)


Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Ostiemer Mühle (früher) (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Ein altes Wahrzeichen und Namengeber für die Mühlenstraße war die Ostiemer Mühle. Ostiemer Mühle wurde sie genannt, weil sie zentral in der mit Ostiem (siehe auch Deutung Ostiem) bezeichneten Fläche im Osten von Wittmund stand, hinter den heutigen Hausgrundstücken Nr. 45 u. 47 in der Mühlenstraße. Hinter den Häusern führte der Mühlenpfad (heute Christoffel-von-Brants-Weg) entlang.
Errichtet wurde sie als Bock- oder Ständermühle und war eine sogenannte herrschaftliche Mühle, die von der Obrigkeit verpachtet wurde. Das Baujahr ist nicht bekannt, aber bereits 1595 wird ein Johan Moller als Pächter genannt, der jährlich 150 Taler Pacht bezahlen musste. Die Mühle brannte am 10. März 1835 nieder und wurde danach um 1838/39 als Erdholländer-Mühle neu erbaut. Diese Mühle, die später nach einem Besitzer im Volksmund auch als Plagg`sche Mühle genannt wurde, ist im Jahr 1919 abgebrochen worden. (3 u. 4)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ostiem

(1) Ostiem ist ein mit der Himmelsrichtung Ost zusammengesetzter Heim-Name. Er hat hier die Bedeutung "im Osten, östlich gelegen".



2. Mühle

(2) „Außer im Namen „Mühlenteich“ bezeichnet das Wort … immer durch Windkraft angetriebene Mühlen. Diese waren bzw. sind nicht nur Korn-, sondern auch "Wassermühlen", d. h. Mühlen, die zum Antrieb von Wasserschöpfwerken dienen bzw. dienten.“



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, Seite 86;
(2) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 270
(3) Gravemeyer, Johannes, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrecht verliehen - Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest - die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland) vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978
(4) Eichenbaum, Edzard / Hartmann, Wilhelm, Der Marktflecken Wittmund im 19. Jahrhundert – Straßen – Häuser – Bewohner, Wittmund 1998, S.149


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 11.12.2017

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