Rullboomshamm (Wittmund)

Ausgewählter Flurname:

Rullboomshamm


Gemarkung:

Wittmund

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Rullboomshamm (Wittmund)


Erklärung des Flurnamens:

Landwirtschaftlich genutzte Fläche im Osten von Wittmund, an der Gemarkungsgrenze Wittmund – Asel gelegen.
Es ist anzunehmen, dass der Name auf einen sogenannten Rullboom (Rollbaum) zurückgeht, mit dem früher der Zugang zu dem Grundstück verschlossen wurde. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. (3 u. 4)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Rullboom

(1) rul(l) – bo(o)m – "ein drehbarer Verschluß eines Weges oder einer Trift, bestehend aus einem oberen schweren Baum oder Balken, der sich auf einen mit einem Zapfen versehenen, in der Erde befestigten Pfahle dreht und dessen dünneres auslaufendes Ende sich an oder auf einen an der entgegengesetzten Seite des Weges eingegrabenen zweiten Pfahl lehnt und so den Weg versperrt und schließt."



2. Hamm

(2) „Altfries. Substantiv hem, ham, him m. „durch Graben (und Deich) eingefriedigtes Marschland, Weide““



Quellen:

(1) Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, Seite 66
(2) Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 33
(3) Onnen, Johann, Wittmund im Laufe der Jahrhunderte, Wittmund 1968, S. 50 ff
(4) Johannes Gravemeyer, Im Jahre 1567 erstmals Stadtrechte verliehen, Wittmund, die Stadt zwischen Marsch und Geest, Die Flurnamen von Wittmund, in: Friesische Heimat vom 12. April 1978 und 27. Februar 1978 (Beilage zum Anzeiger für Harlingerland)


Autor(in):

Joachim Meins


Letzte Änderung am: 24.01.2017

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